HSG-Bewerbung aus Deutschland 2027: Zulassung mit Abitur

Als Deutsche/r an die HSG: So läuft die Bewerbung 2027 ab – warum das Abitur allein nicht reicht, wie das Auswahlverfahren abläuft und was die 25-Prozent-Quote für internationale Bewerber bedeutet.

Bewerbung

Mit deutschem Abitur an die HSG

Für viele deutsche Abiturienten ist die Universität St. Gallen die Wunsch-Uni für Wirtschaft. Wichtig vorweg, weil dazu viele falsche Informationen kursieren: Ein anerkanntes deutsches Abitur reicht nicht für eine direkte Zulassung. Es ist die Voraussetzung, um sich überhaupt bewerben zu dürfen. Die eigentliche Zulassungsentscheidung fällt über das Auswahlverfahren.

Was direkte Zulassung wirklich bedeutet

Direkt zugelassen werden ausschließlich Bewerber mit schweizerischer oder liechtensteinischer Vorbildung, also insbesondere mit Schweizer gymnasialer Maturität, liechtensteinischem Maturitätsausweis, Niederlassungsbewilligung C oder einem bereits abgeschlossenen Studium an einer Schweizer Hochschule. Als Deutscher fällst du in keine dieser Gruppen und musst deshalb das Auswahlverfahren absolvieren.

Das Auswahlverfahren für deutsche Bewerber

Das Auswahlverfahren besteht aus zwei Bausteinen:

  1. Online-Eignungstest von rund 70 Minuten mit quantitativen Problemen sowie Diagrammen und Tabellen. Der Test findet zweimal pro Jahr statt (Februar und Juni).
  2. Video-Interview, wenn dein Testergebnis im Grenzbereich liegt. Es findet am selben Tag statt, an dem die Ergebnisse verschickt werden.

Deine Abiturnote fließt in die Aufnahme-Entscheidung nicht ein. Es zählen ausschließlich Testergebnis und gegebenenfalls Interview. Du hast insgesamt zwei Versuche über zwei Jahre; pro Studienjahr ist nur ein Versuch erlaubt.

Die 25-Prozent-Quote

Zusätzlich gilt eine gesetzliche Obergrenze: Die Plätze für internationale Bewerber sind auf 25 Prozent der Aufnahmen pro Studienjahr begrenzt. Als deutscher Bewerber fällst du in diese Quote. Sie kann in stark nachgefragten Jahren dazu führen, dass der faktisch benötigte Punktwert höher liegt als der offizielle Wert für die direkte Zulassung.

Was deutsche Bewerber konkret beachten müssen

  1. Anmeldefristen im Blick behalten (typischerweise bis Ende April für den Juni-Termin, bis Mitte Januar für den Februar-Termin).
  2. Zeugnisse und Nachweise vollständig und rechtzeitig hochladen.
  3. Vorbereitung auf den Eignungstest ernst nehmen – der Zeitdruck ist der Hauptgrund für Absagen, nicht fehlendes Wissen.
  4. Nach der Zulassung an die Formalitäten in der Schweiz denken: Anmeldung beim Einwohneramt, Aufenthaltsbewilligung B, Krankenversicherung, Bankkonto.
  5. Lebenshaltungskosten in St. Gallen realistisch einplanen (grob CHF 2.000–2.500 pro Monat).

Tipp

Auch nach bestandenem Auswahlverfahren wartet das Assessmentjahr als zweite Selektionsstufe. Wer beim Test knapp durchkommt, sollte den Sommer nutzen, um sich fachlich und mental auf ein hohes Tempo im ersten Studienjahr einzustellen.