Informatik an der HSG: Interessen und Erwartungen prüfen

Informatik an der HSG einordnen: Prüfe Interesse an Programmieren, technischen Grundlagen und wirtschaftlichen Fragen mit konkreten Arbeitsproben.

HSG Wissen

Der Bachelor in Informatik an der Universität St.Gallen (HSG) ist eine eigenständige Informatikausbildung mit ergänzenden wirtschaftlichen und kontextbezogenen Inhalten. Er sollte deshalb zu deinem Interesse an technischen Fragen passen. Die Aussicht, später in einem digitalen Unternehmen zu arbeiten, reicht als fachliches Auswahlkriterium allein noch nicht aus.

Für deine Entscheidung helfen kleine Erfahrungen mit systematischem Problemlösen, Programmcode und dem Prüfen eigener Annahmen. Du musst dafür noch kein umfangreiches Projekt beherrschen. Die folgenden Arbeitsproben sind eigene Vorschläge zur Orientierung; sie bilden weder den offiziellen Studienplan noch eine Zulassungsprüfung ab.

Das Informatikprofil hinter dem Hochschulnamen sehen

Die offizielle Curriculumseite beschreibt ein fundiertes Informatikstudium mit Wirtschaftsgrundlagen, Kontextstudium und Bachelor-Projekt. Prüfe die fachliche Struktur deshalb zuerst als Informatikinteressierte oder Informatikinteressierter und erst danach im Vergleich mit einem Wirtschaftsstudium.

Frage dich, ob du verstehen möchtest, wie digitale Systeme gebaut werden und weshalb sie funktionieren oder scheitern. Ein anderes Interesse wäre, wie Unternehmen digitale Produkte vermarkten oder einsetzen. Beides kann zusammenhängen, setzt aber unterschiedliche Schwerpunkte.

Schreibe drei Fragen auf, die dich an Technik beschäftigen. „Wie lässt sich ein Programm so gestalten, dass es auch bei unerwarteten Eingaben funktioniert?“ deutet auf eine andere Neugier als „Wie überzeugt ein Unternehmen seine Kundschaft von einer App?“. Du darfst beide Fragen interessant finden; wichtig ist, ihre Verschiedenheit zu erkennen.

Programmieren als Arbeitsweise ausprobieren

Wähle eine sehr kleine Aufgabe: Ein Programm soll aus einer Liste von Beträgen eine Summe berechnen und ungültige Eingaben erkennen. Du kannst dafür eine frei zugängliche Einführung und eine einfache Programmierumgebung nutzen. Vermeide zunächst zusätzliche Oberflächen oder viele Bibliotheken.

Lege vor dem Schreiben fest, was bei einer leeren Liste und bei einem fehlerhaften Wert passieren soll. Dann überprüfst du dein Ergebnis mit selbst gewählten Beispielen. Diese Überlegung gehört zur Aufgabe und ist kein nebensächliches Hindernis auf dem Weg zum fertigen Code.

Beobachte, wie du auf Fehler reagierst. Informatikinteresse zeigt sich nicht nur daran, dass eine Lösung schnell gelingt. Auch die Frage, weshalb etwas nicht funktioniert, kann motivierend sein. Ein schwieriger erster Versuch sagt dagegen wenig aus, wenn du noch keine passende Einführung oder klare Aufgabenbeschreibung hattest.

Technische Neugier von blosser Gerätenutzung unterscheiden

Wenn du gern digitale Dienste nutzt, kann das ein Ausgangspunkt sein. Für die Studienwahl solltest du aber weiterfragen: Möchtest du den inneren Aufbau kennenlernen, Datenstrukturen vergleichen, Abläufe präzise beschreiben und Annahmen überprüfen?

Nimm eine Anwendung, die du täglich verwendest, und zerlege eine Funktion in Schritte. Bei einer Suchfunktion wären das etwa Eingabe aufnehmen, passende Daten finden und Ergebnisse ordnen. Welche Entscheidung verbirgt sich hinter jedem Schritt? Was könnte schiefgehen?

Du musst diese Fragen noch nicht technisch korrekt beantworten. Der Zweck ist, deine Neugier zu lokalisieren. Wenn dich vor allem die Gestaltung für Nutzende interessiert, kannst du prüfen, wie dieses Interesse mit weiteren Informatikthemen zusammenpasst. Ein einzelner attraktiver Anwendungsbereich sollte den Blick auf die Grundlagen ergänzen.

Mit abstrakten Beschreibungen umgehen lernen

Ein informatisches Problem lässt sich häufig erst bearbeiten, wenn du Nebensächliches weglässt und die nötigen Eigenschaften präzise benennst. Übe das an einer Alltagssituation: Wie würdest du eine Terminplanung beschreiben, wenn mehrere Personen unterschiedliche Verfügbarkeiten haben?

Notiere Eingaben, gewünschtes Ergebnis und Bedingungen. Darf eine Person doppelt gebucht sein? Wie gehst du vor, wenn keine gemeinsame Zeit existiert? Eine verständliche Beschreibung ohne Programmcode ist bereits ein nützlicher erster Schritt.

Achte darauf, ob dir diese Präzisierung Freude macht. Sie kann zunächst ungewohnt sein, gerade wenn du gern direkt etwas Sichtbares bauen möchtest. Beides lässt sich verbinden, aber ein technisches Studium besteht nicht ausschliesslich aus schnell vorzeigbaren Produkten. Grundlagenarbeit und begründete Entscheidungen verdienen bei deiner Wahl eigenes Gewicht.

Die wirtschaftlichen Ergänzungen bewusst einordnen

Die wirtschaftlichen Anteile können interessant sein, wenn du technische Entscheidungen im Umfeld von Organisationen verstehen möchtest. Sie ersetzen jedoch nicht das technische Fachinteresse. Umgekehrt macht ein Interesse an Programmierung nicht jede wirtschaftliche Ergänzung automatisch passend.

Erstelle deshalb zwei Listen: Welche Informatikfragen möchtest du bearbeiten und welche zusätzlichen Wirtschaftsfragen? Beispielsweise kannst du verstehen wollen, wie ein System zuverlässig arbeitet und welche organisatorischen Bedingungen seinen Einsatz beeinflussen.

Vergleiche anschliessend beide Listen mit dem aktuellen Curriculum. Wenn fast alle Interessen auf der zweiten Liste stehen, lohnt sich ein bewusster Vergleich mit wirtschaftswissenschaftlichen Programmen. Wenn dich der technische Kern deutlich stärker beschäftigt, prüfe, welchen Nutzen die ergänzende Perspektive für dein Lernziel hat.

Vorkenntnisse und Lernbedarf ehrlich auseinanderhalten

Manche Interessierte bringen Programmiererfahrung mit, andere beginnen gerade erst. Für deine persönliche Vorbereitung ist zunächst wichtig, welche Grundlagen du selbst bereits anwenden kannst. Die formalen Aufnahmebedingungen musst du unabhängig davon auf den offiziellen Zulassungsseiten prüfen.

Notiere nach einer Arbeitsprobe eine konkrete Lücke: „Ich kann Bedingungen formulieren, verliere aber bei mehreren Schleifen den Überblick.“ Daraus lässt sich ein überschaubarer nächster Lernschritt ableiten. „Ich bin schlecht in Informatik“ hilft dir dagegen weder bei der Wahl noch beim Lernen.

Plane lieber wenige nachvollziehbare Übungen als eine grosse Sammlung unverständlicher Projekte. Ziel ist ein ehrlicher Eindruck der Arbeitsweise. Ein kopiertes Ergebnis, dessen einzelne Schritte du nicht erklären kannst, liefert kaum Information darüber, was dich tatsächlich interessiert.

Deine Auswahl mit fachlichen Fragen absichern

Bereite für ein Beratungsgespräch zwei konkrete Fragen vor. Du könntest wissen wollen, wie technische Grundlagen und Projekte zusammenwirken oder welche typische Aufgabe den Übergang von der Schule ins Studium sichtbar macht. Bitte um ein Beispiel statt um allgemeine Qualitätsurteile.

Vergleiche danach dein Bild vom Studium mit deinen Arbeitsproben. Stimmen erwartete Tätigkeiten, fachliche Neugier und Lernbereitschaft überein? Welche Unsicherheit bleibt: die technische Richtung selbst, ein bestimmter Grundlagenbereich oder die Organisation des Studiums?

Eine gute vorläufige Entscheidung benennt genau diese Punkte. Du musst vor dem Start nicht alles können. Du solltest aber nachvollziehen können, weshalb du gerade die Fragen dieses Fachs über mehrere Jahre bearbeiten möchtest.

Quellen und Stand

Quellen geprüft am 2. November 2026. Die praktischen Übungen und Entscheidungshilfen sind redaktionelle Empfehlungen.

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