Mitschriften nacharbeiten: Aus Notizen verständliche Lernunterlagen machen

Verständnislücken markieren, zentrale Gedanken selbst erklären und kurze Abruffragen ergänzen. Eine einfache Routine nach der Veranstaltung.

Studium

Eine vollständige Mitschrift ist noch keine verlässliche Lernunterlage. Sie enthält oft Abkürzungen, offene Fragen und Beispiele, deren Bedeutung während der Veranstaltung klar war. Eine kurze Nachbereitung macht daraus Material, mit dem du später selbstständig arbeiten kannst.

Verständnislücken markieren

Gehe deine Notizen möglichst zeitnah durch und kennzeichne unklare Begriffe, ausgelassene Schritte und ungeprüfte Zahlen. Versuche nicht sofort, jedes Detail schön zu formatieren. Zuerst soll sichtbar werden, welche Teile du erklären kannst und welche noch offen sind.

Notiere zu jeder Lücke eine konkrete Frage. „Was bedeutet dieser Begriff im Beispiel?“ ist leichter zu bearbeiten als „Kapitel nicht verstanden“. Suche die Antwort in den vorgesehenen Kursunterlagen oder nutze die angebotenen Rückfragemöglichkeiten. Achte dabei auf die aktuelle Fassung und den Kontext der Lehrveranstaltung.

Eine kurze eigene Erklärung ergänzen

Wähle die zentralen Gedanken aus und formuliere sie ohne Abschreiben in eigenen Worten. Bei einem Verfahren ergänzt du, wann es verwendet wird und welche Voraussetzungen gelten. Bei einem Argument ergänzt du, auf welche Annahme es sich stützt.

Wenn deine Erklärung nur aus denselben Fachwörtern wie die Vorlage besteht, prüfe sie an einem kleinen Beispiel. Kannst du das Beispiel nicht nachvollziehbar erklären, brauchst du noch eine Klärung. Eine kurze verständliche Notiz ist als Lernhilfe oft nützlicher als mehrere sorgfältig kopierte Absätze.

Aus Notizen Fragen machen

Formuliere zu einem Abschnitt zwei oder drei Fragen, die du später ohne Unterlagen beantworten kannst. Sie können einen Begriff, einen Zusammenhang oder die Anwendung eines Verfahrens betreffen. Decke die Antwort ab und versuche zuerst einen eigenen Abruf.

Verwechsle dabei deine Fragen nicht mit verbindlichen Prüfungsinhalten. Welche Anforderungen tatsächlich gelten, entnimmst du den offiziellen Kurs- und Prüfungsinformationen. Selbst erstellte Fragen dienen der Kontrolle deines Verständnisses.

Ordnung mit geringem Aufwand schaffen

Verwende ein wiederkehrendes Schema mit Datum, Veranstaltung, Thema und offenen Punkten. Verlinke ergänzende Dateien oder notiere, wo sie liegen. Ein umfangreiches Ablagesystem hilft wenig, wenn du es nicht regelmässig aktualisierst.

Die Nachbereitung darf kurz bleiben. Wenn sich offene Punkte häufen, plane einen eigenen Klärungsblock, statt jede Veranstaltung mit immer längeren Notizen abzuschliessen. Für die Rollen der HSG-Plattformen lies die Übersicht zu Compass, StudyNet und StudentWeb.

Dein nächster Schritt: Ergänze bei deiner nächsten Mitschrift eine eigene Erklärung und zwei Abruffragen. Die Anleitung zur Wiederholung hilft dir, diese Fragen später erneut zu nutzen.