Das erste Praktikum: Lebenslauf und Bewerbungsziel im Studium schärfen

Das erste Praktikum gezielt suchen: Lernziele formulieren, Erfahrungen im Lebenslauf belegen und Bewerbungsunterlagen mit konkretem Feedback verbessern.

Studium

Für die erste Praktikumsbewerbung brauchst du keinen lückenlos beeindruckenden Lebenslauf. Du brauchst ein klares Ziel, nachvollziehbare Angaben zu deinen bisherigen Tätigkeiten und einen Bezug zu den Aufgaben der ausgeschriebenen Stelle. Wähle deshalb zuerst aus, was du im Praktikum kennenlernen oder erproben möchtest, und bearbeite deinen Lebenslauf danach.

Die Career & Corporate Services der Universität St.Gallen (HSG) bieten Studierenden unter anderem Karriereberatung und Unterstützung rund um Bewerbungen. Das ist eine Anlaufstelle für Rückmeldung, keine Garantie auf ein Praktikum. Die folgenden Beispiele sind eigene Formulierungshilfen; verwende sie nur, wenn sie deine tatsächlichen Erfahrungen zutreffend beschreiben.

Formuliere ein Lernziel für das Praktikum

„Ich suche etwas im Wirtschaftsbereich“ ist als Suchauftrag sehr weit. Präziser wäre: „Ich möchte kennenlernen, wie ein Team Daten aufbereitet und daraus Entscheidungen vorbereitet.“ Ein solches Ziel hilft dir, Stellenanzeigen nach konkreten Aufgaben zu lesen und verschiedene Angebote sinnvoll zu vergleichen.

Halte zwei oder drei Tätigkeiten fest, die du ausprobieren möchtest. Ergänze, was dir beim Arbeitsrahmen wichtig ist: Ort, Zeitraum, Betreuung und mögliche Einbindung ins Studium. Diese Wünsche müssen nicht alle unverändert bestehen bleiben. Sie geben deiner Suche zunächst Richtung. Prüfe dabei, welche Anforderungen du schon erfüllst und welche du erst entwickeln möchtest. Ein Praktikum kann ein Lernort sein; dennoch entscheidet die ausschreibende Organisation, welche Kenntnisse sie voraussetzt.

Lies Stellenanzeigen nach Aufgaben und Belegen

Markiere in einer Anzeige zuerst die tatsächlichen Aufgaben. Ordne anschließend die genannten Anforderungen zu. Welche Kenntnisse werden ausdrücklich verlangt? Welche gelten als Vorteil? Welche Angaben bleiben unklar? Stelle bei entscheidenden Punkten eine Rückfrage, statt die Lücke mit einer günstigen Annahme zu füllen.

Suche danach in deinen Erfahrungen nach passenden Belegen. Ein Studienprojekt kann zeigen, dass du Informationen strukturiert hast. Eine Tätigkeit außerhalb der Hochschule kann Verantwortungsübernahme oder sorgfältige Abstimmung belegen. Entscheidend ist der Zusammenhang mit der Aufgabe. Die bloße Aufzählung von Fähigkeiten macht diesen Zusammenhang noch nicht sichtbar. Auch ein bekannter Name im Lebenslauf ersetzt keine Beschreibung dessen, was du dort tatsächlich gemacht und verantwortet hast.

Erstelle einen verlässlichen Grundbestand deiner Angaben

Sammle Ausbildungsstationen, Tätigkeiten, Projekte und Kenntnisse zunächst vollständig in einer persönlichen Arbeitsfassung. Prüfe Zeiträume, Bezeichnungen und mögliche Nachweise. Daraus wählst du später für eine konkrete Bewerbung aus. Diese Grundlage spart Zeit und verhindert, dass Angaben zwischen verschiedenen Versionen unbeabsichtigt voneinander abweichen.

Trenne bei Kenntnissen, was du selbst anwenden kannst, von dem, was du lediglich kennengelernt hast. Wenn du mit einer Software nur eine kurze Einführung absolviert hast, beschreibe das entsprechend. Erfinde keine Niveaustufe, die du im Gespräch nicht erläutern könntest. Dein Lebenslauf muss nicht jede offene Lernfrage verbergen. Er sollte zeigen, was du mitbringst und welche Erfahrungen hinter deinen Aussagen stehen.

Beschreibe Beiträge mit nachvollziehbaren Verben

Für jede relevante Station kannst du drei Fragen beantworten: Was war die Aufgabe? Was hast du selbst getan? Was entstand dabei? Unser erfundenes Beispiel lautet: „Für ein Seminarprojekt Quellen zu drei Marktsegmenten geordnet, gemeinsame Auswertung vorbereitet und Ergebnisse im Team präsentiert.“ Das ist konkreter als „analytisch und teamfähig“.

Verwende Zahlen nur, wenn du sie zuverlässig kennst und sie etwas erklären. Nicht jede Tätigkeit braucht eine künstliche Erfolgskennzahl. Wenn das Ergebnis ein bereinigter Datensatz, eine organisierte Veranstaltung oder eine nachvollziehbare Dokumentation war, kannst du das direkt nennen. Bei Teamleistungen sollte dein eigener Anteil erkennbar sein. Stelle gemeinsame Ergebnisse nicht als alleinige persönliche Leistung dar, nur um den Eintrag stärker wirken zu lassen.

Passe die Auswahl an die konkrete Bewerbung an

Ordne die Erfahrungen so, dass die für die Stelle wichtigen Belege schnell auffallen. Dafür musst du nicht jedes Mal deine gesamte Geschichte umschreiben. Wähle passende Schwerpunkte und halte die Angaben konsistent. Die vom Arbeitgeber gewünschten Unterlagen und Formate haben Vorrang vor einer allgemeinen Vorlage.

Wenn ein zusätzliches Anschreiben verlangt wird, nutze es für den konkreten Bezug: Warum interessieren dich diese Aufgaben und welche Erfahrung möchtest du einbringen? Wiederhole nicht bloß den Lebenslauf in ganzen Sätzen. Prüfe außerdem, ob du den Zeitraum des Praktikums tatsächlich zusagen kannst. Ein attraktives Angebot passt erst dann in deine Planung, wenn Studienverpflichtungen und gegebenenfalls erforderliche formale Fragen berücksichtigt sind.

Hole Rückmeldung mit einer präzisen Frage ein

Gib einer unterstützenden Person oder Beratung die Stellenanzeige und deine aktuelle Fassung. Bitte um Rückmeldung zu einem bestimmten Punkt: Wird mein Bezug zu den Aufgaben klar? Sind die Projektbeschreibungen verständlich? Wo fehlt ein Beleg? Eine allgemeine Bitte, den Lebenslauf „besser“ zu machen, führt leicht zu vielen Geschmacksurteilen.

Die HSG Career & Corporate Services erläutern auf ihren aktuellen Seiten die verfügbaren Beratungsangebote und die Vorbereitung darauf. Prüfe den passenden Zugang für Studierende. Übernimm Feedback anschließend bewusst. Wenn eine Formulierung zwar überzeugend klingt, aber nicht mehr zu deiner Tätigkeit passt, korrigiere sie. Die Verantwortung für zutreffende Angaben bleibt bei dir, auch wenn du eine Vorlage, Beratung oder ein Textwerkzeug verwendest.

Organisiere Bewerbung und Lernen aus Rückmeldungen

Führe eine kurze Übersicht über Stelle, Version der Unterlagen, Einreichung und erhaltene Rückmeldung. Speichere die abgeschickte Fassung, damit du dich auf ein Gespräch genau dazu vorbereiten kannst. Prüfe vor dem Senden Namen, Kontaktdaten, Dateinamen und die Vollständigkeit der verlangten Unterlagen.

Bei einer Absage kannst du prüfen, ob daraus ein konkreter Lernpunkt folgt. Oft bleibt der Grund allerdings unbekannt; erfinde keine Erklärung über deine grundsätzliche Eignung. Wenn du Rückmeldung erhältst, nutze den bearbeitbaren Teil für die nächste Bewerbung. Das erste Ziel ist ein stimmiger Bewerbungsprozess mit klarer Richtung und verlässlichen Angaben. Eine Zusage hängt zusätzlich von Auswahlentscheidungen und Umständen ab, die du mit einem guten Lebenslauf allein nicht kontrollieren kannst.

Quellen und Stand

Quellen geprüft am 2. November 2026.

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