Sechs realistische HSG Test Beispielaufgaben mit ausführlichem Lösungsweg: Prozent, Dreisatz, Textaufgabe, Diagramme und Tabellen. Plus der typische Fehler pro Aufgabe.
Vorbereitung
Die meisten, die zum ersten Mal vom HSG Test hören, stellen sich etwas völlig Falsches vor. Kein Auswendiglernen, keine Formelsammlung, keine Fachfragen aus BWL. Der Test prüft, ob du unter Zeitdruck sauber denkst und rechnest. Und genau deshalb hilft dir nichts so sehr wie echte Aufgaben, an denen du siehst, wie das aussieht.
Hier bekommst du sechs realistische Beispiele, drei aus jedem Testteil. Zu jeder Aufgabe den kompletten Rechenweg Schritt für Schritt und den einen Fehler, an dem die meisten scheitern. Nimm dir Papier, einen einfachen Taschenrechner und eine Stoppuhr. Genau so läuft es im Ernstfall.
Ein Produkt kostet 80 CHF. Im Ausverkauf wird es zuerst um 25 Prozent reduziert, danach nochmal um 10 Prozent auf den bereits reduzierten Preis. Was kostet es am Ende?
So gehst du vor:
Schritt eins, die erste Reduktion. 25 Prozent von 80 sind 20, also bleiben 60 CHF.
Schritt zwei, die zweite Reduktion auf den neuen Preis. 10 Prozent von 60 sind 6, also bleiben 54 CHF.
Ergebnis: 54 CHF.
Der typische Fehler: Viele addieren die beiden Prozentsätze zu 35 Prozent und rechnen 80 mal 0,65 gleich 52 CHF. Das ist falsch, weil sich die zweite Reduktion nur auf den schon gesenkten Preis bezieht, nicht auf die vollen 80. Prozente auf Prozente addiert man nie einfach zusammen.
Drei Maschinen produzieren in vier Stunden 600 Teile. Wie viele Teile schaffen fünf Maschinen in sechs Stunden?
So gehst du vor:
Zuerst die Grundgröße bestimmen, also die Leistung pro Maschine und pro Stunde. Drei Maschinen mal vier Stunden ergibt zwölf Maschinenstunden. 600 Teile geteilt durch zwölf sind 50 Teile pro Maschinenstunde.
Jetzt die neue Situation. Fünf Maschinen mal sechs Stunden ergibt 30 Maschinenstunden. 30 mal 50 sind 1500 Teile.
Ergebnis: 1500 Teile.
Der typische Fehler: Die meisten skalieren nur eine der beiden Größen. Sie erhöhen die Maschinen von drei auf fünf und vergessen, dass sich auch die Stunden von vier auf sechs ändern. Bei zwei gleichzeitig veränderten Größen musst du beide berücksichtigen, am saubersten über die gemeinsame Einheit Maschinenstunde.
Anna ist heute dreimal so alt wie Ben. In sechs Jahren ist sie nur noch doppelt so alt wie er. Wie alt ist Ben heute?
So gehst du vor:
Setz Bens heutiges Alter als B. Dann ist Anna 3B.
In sechs Jahren ist Ben B plus 6 und Anna 3B plus 6. Die Bedingung sagt: Dann ist Anna doppelt so alt wie Ben. Also gilt 3B plus 6 gleich 2 mal (B plus 6).
Ausmultiplizieren: 3B plus 6 gleich 2B plus 12. Nach B auflösen: B gleich 6.
Ergebnis: Ben ist heute 6 Jahre alt, Anna 18. Probe: In sechs Jahren ist Anna 24 und Ben 12, und 24 ist doppelt 12. Passt.
Der typische Fehler: Das "in sechs Jahren" wird oft nur auf eine Person angewendet. Beide werden älter. Wenn du die plus 6 nur bei Anna oder nur bei Ben einsetzt, ist die Gleichung von Anfang an falsch.
Hier geht es selten ums Rechnen und fast immer ums genaue Hinsehen. Die Aufgaben sind so gebaut, dass ein schneller Blick dich in die Irre führt.
Ein Diagramm zeigt den Umsatz zweier Quartale:
| Quartal | Umsatz |
|---|---|
| Q1 | 92 Mio |
| Q2 | 96 Mio |
Der Haken: Die senkrechte Achse beginnt nicht bei null, sondern bei 90. Dadurch ragt der Q1-Balken zwei Einheiten über die Grundlinie, der Q2-Balken sechs Einheiten. Optisch sieht Q2 dreimal so hoch aus wie Q1. Die Frage: Um wie viel Prozent ist der Umsatz tatsächlich gestiegen?
So gehst du vor:
Ignorier die Balkenhöhe und rechne mit den echten Zahlen. Der Zuwachs beträgt 96 minus 92 gleich 4. Bezogen auf den Ausgangswert: 4 geteilt durch 92 sind rund 4,3 Prozent.
Ergebnis: ein Anstieg von etwa 4,3 Prozent.
Der typische Fehler: Sich von der Balkenhöhe leiten lassen und "ungefähr dreimal so viel" oder "plus 200 Prozent" schätzen. Eine gekappte Achse übertreibt Unterschiede optisch massiv. Prüf bei jedem Balkendiagramm zuerst, wo die Achse anfängt.
| Region | Kunden aktuell | Wachstum |
|---|---|---|
| A | 5.000 | plus 8 Prozent |
| B | 20.000 | plus 3 Prozent |
Frage: Welche Region hat absolut mehr neue Kunden gewonnen?
So gehst du vor:
Region A: 8 Prozent von 5000 sind 400 neue Kunden. Region B: 3 Prozent von 20000 sind 600 neue Kunden.
Ergebnis: Region B hat absolut mehr gewonnen, nämlich 600 gegenüber 400, obwohl A die höhere Wachstumsrate hat.
Der typische Fehler: Die höhere Prozentzahl mit dem größeren Zuwachs gleichsetzen. Ein Prozentsatz sagt nichts über die absolute Menge, solange du die Basis nicht kennst. Genau mit diesem Widerspruch spielt der Test.
Zwei Produkte, ihr Absatz über die ersten Monate:
| Monat | Produkt X | Produkt Y |
|---|---|---|
| Januar | 100 | 40 |
| Februar | 90 | 55 |
| März | 80 | 70 |
Produkt X fällt gleichmäßig um 10 pro Monat, Produkt Y steigt gleichmäßig um 15 pro Monat. Frage: In welchem Monat liegt Y erstmals über X?
So gehst du vor:
Setz die Trends fort. April: X ist 70, Y ist 85. Damit liegt Y im April erstmals über X.
Wer es rechnerisch will: 100 minus 10t gleich 40 plus 15t führt zu 60 gleich 25t, also t gleich 2,4 Monate nach Januar. Das liegt zwischen März und April, der erste volle Monat mit Y über X ist April.
Ergebnis: im April.
Der typische Fehler: Den Schnittpunkt nur nach Augenmaß aus der Grafik ablesen und einen Monat daneben liegen. Bei knappen Trends rechnest du die Fortsetzung lieber kurz nach, statt zu schätzen.
Wenn dir diese sechs Aufgaben gezeigt haben, dass es nicht um schwieriges Wissen, sondern um saubere schnelle Bearbeitung geht, hast du das Wichtigste verstanden. Der Rest ist Training. In unseren Seminaren übst du genau solche Aufgaben unter echten Testbedingungen, mit vollständigen Simulationen und über die Lernapp mit täglichem Training und wöchentlichen Online-Sessions. So gewöhnst du dich an den Zeitdruck, bevor er im Test das erste Mal auf dich trifft.
Nein, es sind nachgebaute Beispiele im gleichen Stil und Schwierigkeitsgrad. Die echten Aufgaben werden nicht veröffentlicht. Format und Denklogik entsprechen aber dem, was dich erwartet.
Vor allem Prozent, Dreisatz, Verhältnisse, Durchschnitt, einfache Zins- und Textaufgaben sowie grundlegende Logik. Kein höheres Schulwissen, sondern sicheres Kopfrechnen unter Zeitdruck.
Der Test dauert insgesamt rund 70 Minuten für beide Teile. Das bedeutet oft nur ein bis zwei Minuten pro Aufgabe. Genau deshalb ist Tempo so entscheidend.
Immer mit Timer, täglich in kurzen Blöcken und abwechselnd zwischen beiden Testteilen. Fang jeden Block mit der Kategorie an, die dir am wenigsten liegt. Da holst du die meisten Punkte.