Zitieren im HSG-Studium: So vermeidest du unbeabsichtigte Plagiate

Quellen im HSG-Studium sauber verwenden: Zitate, Paraphrasen und eigene Gedanken unterscheiden und typische Fehler schon bei den Notizen vermeiden.

Studium

Unbeabsichtigte Quellenfehler vermeidest du am besten schon bei der Recherche: Halte fremde Formulierungen, sinngemäss übernommene Aussagen und eigene Gedanken von Anfang an auseinander. Eine Quellenangabe am Ende der Arbeit lässt sich nur zuverlässig ergänzen, wenn du noch weisst, welche Aussage aus welcher Fundstelle stammt.

Für Studienleistungen an der Universität St.Gallen (HSG) musst du zusätzlich die aktuellen Vorgaben deiner Veranstaltung und den verlangten Zitierstandard beachten. Die folgenden Arbeitsweisen sind praktische Empfehlungen. Bei einer konkreten Unsicherheit nennt die offizielle HSG-Seite zu schriftlichen Arbeiten das Writing Lab als Anlaufstelle für korrektes Zitieren.

Vor der Recherche die Vorgaben der Arbeit festhalten

Lies die Aufgabenstellung und die formalen Hinweise, bevor du ein Literaturverzeichnis aufbaust. Notiere, welcher Zitierstil vorgegeben ist, welche Bestandteile erwartet werden und wo du die massgeblichen Hinweise findest. Wenn etwas unklar bleibt, frage mit einer konkreten Textstelle nach.

Ein Beispiel aus einem anderen Seminar kann dir Orientierung geben, ist aber kein verlässlicher Ersatz für deine eigenen Vorgaben. Ebenso sind unterschiedliche Fachtraditionen möglich. Übernimm deshalb nicht automatisch das Format einer zufällig gefundenen wissenschaftlichen Arbeit.

Lege ein kurzes Vorgabenblatt an, das du während des Schreibens neben dem Text führst. Darauf gehören auch offene Fragen. So verhinderst du, dass eine früh getroffene Vermutung später stillschweigend zur angeblichen Regel wird.

Drei Arten von Notizen sichtbar unterscheiden

Kennzeichne eine wörtlich übernommene Passage sofort als solche und speichere ihre genaue Fundstelle. Schreibe eine sinngemässe Zusammenfassung in ein anderes Feld. Deine eigenen Fragen, Gegenargumente und Ideen erhalten wiederum einen eigenen Bereich.

Als einfache Kennzeichnungen kannst du „Wortlaut“, „Zusammenfassung“ und „eigener Gedanke“ verwenden. Wichtig ist nicht das Werkzeug, sondern die durchgehende Trennung. Wenn du nach mehreren Tagen zu deinen Notizen zurückkehrst, sollte ihre Herkunft weiterhin eindeutig sein.

Vermeide eine Notizsammlung aus kopierten Absätzen ohne Seitenangaben. Beim späteren Schreiben ist oft schwer erkennbar, ob du eine Formulierung schon selbst entwickelt hattest oder nur übernimmst. Das Problem entsteht lange vor dem endgültigen Literaturverzeichnis und lässt sich dort allein kaum beheben.

Paraphrasieren als Verständnisarbeit nutzen

Eine Paraphrase ist nicht dadurch eigenständig, dass du einzelne Wörter austauschst. Lies zunächst die Aussage, lege die Quelle kurz beiseite und formuliere, was sie für deine Fragestellung bedeutet. Vergleiche anschliessend mit dem Original, ob Inhalt und Einschränkungen erhalten geblieben sind.

Wenn eine Quelle beispielsweise nur eine beobachtete Verbindung beschreibt, darf deine Wiedergabe daraus keine gesicherte Ursache machen. Auch der untersuchte Zeitraum, die betrachtete Gruppe oder eine wichtige Bedingung können für den Sinn wesentlich sein.

Kennzeichne die übernommene Aussage entsprechend dem verlangten Standard. Deine eigene Formulierung hebt ihre Herkunft nicht auf. Wenn du die Quelle in eigenen Worten erklären kannst, erkennst du ausserdem leichter, welche Folgerung du selbst hinzufügst und welche bereits in der Vorlage steht.

Beleg und eigene Schlussfolgerung auseinanderhalten

Ein Absatz kann fremde Erkenntnisse und deine eigene Analyse enthalten. Sorge dafür, dass Lesende den Übergang nachvollziehen können. Beschreibe zuerst, welche Aussage du auf eine Quelle stützt, und erläutere dann, welchen Schluss du daraus für deine Frage ziehst.

Ein eigenes fiktives Beispiel: Zwei Texte beschreiben unterschiedliche Gründe für eine Entscheidung. Du vergleichst diese Gründe und hältst fest, dass sie auf verschiedenen Annahmen beruhen. Die Darstellung der Gründe benötigt nachvollziehbare Quellen; dein begründeter Vergleich ist ein zusätzlicher analytischer Schritt.

Vermeide dabei eine Quellenangabe, die unklar über mehrere sehr unterschiedliche Aussagen hinweg reicht. Prüfe auf Absatzebene, welche Behauptung der Beleg tatsächlich trägt. Wenn der Bezug mehrdeutig bleibt, ordne die Aussage neu oder ergänze eine präzisere Zuordnung.

Originalquellen und Übersetzungen sorgfältig behandeln

Wenn du eine Aussage nur aus einem anderen Text kennst, hast du die ursprüngliche Veröffentlichung noch nicht geprüft. Suche sie nach Möglichkeit auf und kontrolliere, ob die Aussage dort tatsächlich im behaupteten Zusammenhang steht. Erfinde keine Fundstelle, die du nicht gesehen hast.

Ist das Original nicht verfügbar, kläre die nach deinem Zitierstandard vorgesehene Darstellung einer indirekten Übernahme. Halte in deinen Notizen fest, welche Quelle du tatsächlich gelesen hast. Diese Transparenz ist wichtiger als der Eindruck einer möglichst langen Literaturliste.

Bei einer Übersetzung musst du ausserdem prüfen, ob die Bedeutung erhalten bleibt. Eine eigene deutsche Fassung eines fremdsprachigen Gedankens wird durch die Übersetzung nicht zu deiner eigenen Erkenntnis. Dokumentiere Herkunft und gegebenenfalls die Art der Übertragung nach den geltenden Vorgaben.

Literaturverwaltung und digitale Hilfen kontrollieren

Ein Literaturverwaltungsprogramm kann Angaben sammeln und Belege formatieren. Es kann jedoch nicht verlässlich entscheiden, ob du den richtigen Text ausgewählt oder seine Aussage korrekt wiedergegeben hast. Die HSG-Bibliothek stellt Informationen zu Literaturverwaltung und wissenschaftlichem Arbeiten bereit.

Kontrolliere importierte Datensätze: Stimmen Autorenschaft, Titel, Jahr und Publikationsart? Ist ein Link nur ein Katalogeintrag oder führt er zur tatsächlich verwendeten Veröffentlichung? Ergänze fehlende Angaben anhand der Quelle statt nach Erinnerung.

Auch KI-Ausgaben sind keine verlässliche Quelle für ungesehene Literatur. Prüfe vorgeschlagene Werke und Aussagen selbst. Welche digitalen Hilfsmittel du in einer bewerteten Arbeit nutzen oder offenlegen musst, ergibt sich aus den aktuellen Vorgaben dieser Arbeit; eine allgemeine Erlaubnis lässt sich hieraus nicht ableiten.

Vor der Abgabe eine Herkunftsprüfung durchführen

Gehe deinen Text einmal nur mit der Frage durch: Woher stammt diese Aussage? Markiere jede fachliche Behauptung, deren Grundlage für dich nicht mehr erkennbar ist. Prüfe danach, ob der Beleg tatsächlich die Aussage stützt und ob wichtige Einschränkungen erhalten geblieben sind.

Gleiche verwendete Belege und Literaturverzeichnis miteinander ab. Kontrolliere ausserdem Zitatmarkierungen, Fundstellen und uneinheitliche Schreibweisen. Diese Prüfung verdient einen eigenen Durchgang, damit sie nicht zwischen Rechtschreibkorrekturen untergeht.

Wenn eine konkrete Stelle unsicher bleibt, nimm die Passage, die Originalquelle und deine Frage mit in die Schreibberatung. Das ermöglicht eine gezielte Klärung. Eine allgemeine Frage wie „Ist mein Text plagiiert?“ ist ohne Einsicht in die Herkunft und Bearbeitung der einzelnen Aussagen kaum sinnvoll zu beantworten.

Quellen und Stand

Quellen geprüft am 2. November 2026. Die praktischen Übungen und Entscheidungshilfen sind redaktionelle Empfehlungen.

Weiterführendes