Academic English vor dem HSG-Studium vorbereiten: Fachtexte verstehen, Vorträgen folgen und kurze eigene Texte schreiben – mit überschaubaren Übungen.
Vorbereitung
Academic English bedeutet für deine Vorbereitung auf das HSG-Studium vor allem, fachliche Aussagen zu verstehen und eigene Gedanken nachvollziehbar auszudrücken. Ein grosser Wortschatz hilft, ersetzt aber weder eine klare Argumentation noch genaues Lesen. Beginne deshalb mit echten kleinen Aufgaben statt mit einer möglichst langen Liste akademisch klingender Wörter.
Die folgenden Übungen sind redaktionelle Empfehlungen und keine offiziellen HSG-Anforderungen. Sie dienen auch nicht als Sprachnachweis. An der Universität St.Gallen (HSG) bietet das Writing Lab Unterstützung beim wissenschaftlichen Schreiben; das jeweils aktuelle Angebot findest du auf der offiziellen Seite.
Nimm einen kurzen fachlichen Text, einen sachlichen englischen Audiobeitrag und eine kleine Schreibaufgabe zum selben Thema. Du könntest beispielsweise einen Artikelabschnitt über eine wirtschaftliche Frage lesen, einen dazu passenden Vortrag hören und die Kernaussage in fünf Sätzen zusammenfassen.
Halte nach jeder Aufgabe fest, was dich bremst. Fehlen dir Wörter, verlierst du den Satzbau oder verstehst du den fachlichen Zusammenhang noch nicht? Diese Ursachen verlangen unterschiedliche nächste Schritte. Eine Wortliste hilft wenig, wenn du die zugrunde liegende Frage nicht nachvollziehen kannst.
Vergleiche bei Bedarf mit einer Erklärung in deiner stärkeren Sprache. Wenn die Schwierigkeit dort ebenfalls besteht, ist sie vermutlich nicht ausschliesslich sprachlich. So vermeidest du, jede fachliche Unsicherheit als schlechtes Englisch zu bewerten.
Lies einen Absatz zunächst mit zwei Fragen: Was behauptet er und wozu steht er an dieser Stelle? Er könnte einen Begriff definieren, ein Ergebnis beschreiben, eine Einschränkung nennen oder ein Gegenargument vorbereiten. Diese Funktion hilft dir beim Verständnis des Gesamttexts.
Notiere nach dem Lesen eine knappe deutsche oder englische Zusammenfassung ohne Blick auf den Absatz. Öffne ihn danach erneut und prüfe, ob eine wesentliche Bedingung fehlt. Wörter wie „may“, „under certain conditions“ oder „in this sample“ können den Geltungsbereich entscheidend begrenzen.
Du musst nicht jedes unbekannte Wort sofort nachschlagen. Markiere zuerst die Stellen, die deine Zusammenfassung verändern könnten. So bleibt dein Lesen an der Aussage orientiert und verliert sich nicht in Nebenbegriffen, die für die aktuelle Frage kaum eine Rolle spielen.
Sammle Ausdrücke zusammen mit ihrer Funktion. Wenn du eine vorsichtige Schlussfolgerung formulieren möchtest, brauchst du andere Wendungen als für eine Definition oder einen Vergleich. Übernimm dabei keine ganzen Textpassagen als vermeintlich eigene Vorlage.
Lege pro Eintrag ein eigenes Beispiel an. Statt nur „evidence“ zu übersetzen, könntest du einen Satz schreiben, der zeigt, welche Aussage durch welche Beobachtung gestützt wird. Prüfe, ob du den Ausdruck auch in einem zweiten Zusammenhang verwenden kannst.
Begrenze deine Sammlung auf Wörter und Wendungen, die du tatsächlich brauchst. Wenn du sie nie erneut verwendest, ist die Liste eher ein Archiv als eine Lernhilfe. Eine kleinere Sammlung mit wiederholter Anwendung zeigt dir besser, welche Formulierungen du selbstständig einsetzen kannst.
Wähle zunächst einen kurzen Abschnitt eines sachlichen Vortrags. Höre einmal auf die Struktur: Welche Frage wird angekündigt, welche Erklärung folgt und welches Beispiel wird verwendet? Notiere nur diese drei Elemente, statt jedes Wort mitschreiben zu wollen.
Im zweiten Durchgang prüfst du die entscheidenden Übergänge. Wo wird ein Einwand genannt, eine Ursache vorgeschlagen oder eine Schlussfolgerung begrenzt? Falls ein Transkript verfügbar ist, nutze es danach gezielt für unklare Stellen. Es sollte deinen Hörversuch ergänzen und nicht schon vorab ersetzen.
Erkläre anschliessend den Gedankengang mündlich in eigenen Worten. Wenn du nur einzelne Stichwörter wiederholen kannst, fehlt dir möglicherweise die Verbindung zwischen ihnen. Gehe dann zu einer kurzen Passage zurück und arbeite genau diese Verbindung heraus.
Schreibe zunächst einen Absatz mit einer einzigen Kernaussage. Ergänze eine Begründung, ein selbst gewähltes Beispiel und gegebenenfalls eine Einschränkung. Verwende einfache Sätze, wenn sie deinen Gedanken präzise ausdrücken. Komplexität der Sprache ist kein Ersatz für Klarheit.
Als Übung könntest du zwei Lernorte vergleichen. Nenne das Vergleichskriterium, beschreibe einen Unterschied und erkläre, für welche Aufgabe er relevant ist. Du brauchst dafür keine erfundene Studie und keine behauptete allgemeine Wirkung.
Überarbeite danach getrennt: Stimmt der Gedankengang? Sind Bezüge und Übergänge verständlich? Erst danach kontrollierst du einzelne Formulierungen. Wenn du alles gleichzeitig verbessern willst, verlierst du leicht Zeit an einem Satz, dessen inhaltliche Funktion noch unklar ist.
Bitte eine andere Person nicht nur um ein allgemeines Urteil zu deinem Englisch. Frage gezielt, ob deine Hauptaussage erkennbar ist, welche Stelle mehrdeutig klingt oder ob eine Begründung fehlt. So erhältst du Rückmeldung, die du in eine Überarbeitung übersetzen kannst.
Wörterbücher und sprachliche Hilfsmittel können beim Prüfen helfen. Entscheidend ist, dass du jede vorgeschlagene Änderung verstehst und ihre Bedeutung kontrollierst. Eine flüssig klingende Formulierung kann eine Einschränkung entfernen oder deine Aussage stärker machen, als du beabsichtigt hast.
Für eingereichte Studienleistungen musst du ausserdem die jeweils geltenden Vorgaben zur Nutzung und Offenlegung von Hilfsmitteln beachten. Die Vorbereitung zu Hause und eine bewertete Arbeit sind unterschiedliche Situationen. Leite aus der Verfügbarkeit eines Werkzeugs keine allgemeine Erlaubnis ab.
Du kannst deine Vorbereitung als wiederholbare Folge organisieren: einen kurzen Inhalt lesen oder hören, eine eigene Erklärung verfassen und anhand einer gezielten Rückmeldung überarbeiten. Wähle den Umfang so, dass du den ganzen Zyklus tatsächlich abschliesst.
Bewahre erste und überarbeitete Fassung zusammen auf. Notiere, weshalb du etwas geändert hast. Wenn du beispielsweise eine zu starke Behauptung eingeschränkt oder einen unklaren Bezug ersetzt hast, ist das ein nachvollziehbarer Fortschritt in akademischer Kommunikation.
Prüfe nach einigen Durchgängen, ob deine ursprüngliche Schwierigkeit noch dieselbe ist. Vielleicht hat sich dein Lesen verbessert, während das mündliche Erklären nun mehr Aufmerksamkeit braucht. Passe deinen Schwerpunkt entsprechend an, statt eine Routine allein wegen ihrer anfänglichen Planung unverändert fortzuführen.
Quellen geprüft am 2. November 2026. Die praktischen Übungen und Entscheidungshilfen sind redaktionelle Empfehlungen.